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David Platt zu einer biblisch-christlichen Sicht der Flüchtlingskrise

17. April 2017

Dr. David Platt ist unter Christen im deutschsprachigen Europa bisher wenig bekannt. Allerdings ist er von einer Botschaft beseelt, welche für die Christen im deutschsprachigen Europa besonders relevant ist: Er ruft dazu auf, sich biblisch umfassend mit der gegenwärtigen Flüchtlingskrise zu beschäftigen.

David Platt ist eine interessante Person und auch seine Sichtweisen zu anderen theologischen Themen sind es wert, bedacht zu werden, aber an dieser Stelle möchte ich mich seinen Hauptgedanken zur Flüchtlingskrise widmen. Sein Ansatz grenzt sich einerseits deutlich vom häufig theologisch-liberalen „Gutmenschentum“ ab und geht andererseits weit über das hinaus, was viele konservative Evangelikale als die Grenzen ihrer Verantwortung in dieser Krise verstehen.

Angesichts des Ausmaßes dieser Krise, welche fast 60 Millionen Menschen persönlich betrifft und im Nahen Osten dazu geführt hat, dass Millionen von Menschen geflüchtet sind, merkt Platt an, dass die Reaktionen vieler evangelikale Christen mehr auf dem Fundament der Angst ruhen als auf dem Fundament des Glaubens. Der Großteil unserer Reaktion „scheint von einer Sicht auf die Welt geprägt zu sein, welche mehr amerikanisch als biblisch ist, mehr um das Erhalten unseres Landes besorgt als um das Ausführen des Missionsbefehls.“, so Platt in einer Rede an die Vorstandsmitglieder von Together for the Gospel (TGC) in Mai 2016. „Als Gemeindeleiter“, so Platt weiter, „haben wir eine Verantwortung, Menschen zu helfen biblisch über diese Krise zu denken. Vielleicht sogar mehr als das: wir haben die beispiellose Möglichkeit, darauf gezielt zu antworten und damit die Ausbreitung des Evangeliums unter Flüchtlingen zu fördern.“ Platt, der selber schon in verschiedenen Flüchtlingsgebieten war, hat das Ausmaß und die Bedingungen dieser Flüchtlingsströme mit eigenen Augen gesehen. Er ist von dem Elend tief berührt.

So stellt er sich Fragen, wie: Im Licht solchen Elends und Gräueln, was können wir tun? Was legt uns das Wort Gottes nahe, wie wir auf diese Not eingehen sollen? Sagt es überhaupt etwas dazu?

Er ist der festen Überzeugung, dass wir wissen müssen, was das Wort Gottes dazu sagt. Gemeindeleiter hätten auch die Verantwortung aufzuzeigen, was wir als Nachfolger Christi in solchen Situationen tun sollten. Seine Sicht dessen, was die Bibel zu einer solchen Situation nahelegt, formuliert Platt durch die Unterstreichung fünf biblischer Themenfelder und fünf praktischer Aspekte, welche Christen tun sollten. Das Folgende ist stellt eine zusammenfassende Wiedergabe seiner Rede an die Vorstandsmitglieder der The Gospel Coalition (TGC) im Mai 2016, die auf englischer Sprache hier in Schrift und Ton zugänglich ist. Die Kennzeichung „[…]“ im folgenden Text zeigen an, dass an diesen bestimmten Textstellen Passagen seiner Rede ausgelassen wurden.

Fünf biblische Themenfelder, welche nach Platt unsere Sicht auf die Flüchtlingskrise bestimmen sollen:

1. Gott regiert souverän über alle Dinge.

Wenn man sich ansieht, was in dieser Welt geschieht, dann müssen wir uns selbst und auch die Gemeinde daran erinnern, dass Gott souverän über alles ist. Jeden Tag weht der Wind nur durch sein Gebieten. Das Licht der Sonne erstrahlt nur durch seinen Befehl. Kein Körnchen Staub auf diesem Planeten existiert unabhängig von der Souveränität Gottes.

Gott ist souverän über die Natur, und wir wissen auch, dass er auch souverän über die Nationen ist. Unser Gott bestimmt den Kurs von Nationen. Er hält die Herrschenden dieser Erde in der Fläche seiner Hand – dies ist wirklich „good news“. Es ist „good news“ zu wissen, dass Assad in Syrien nicht souverän über alles ist. Es ist „good news“ zu wissen, dass ISIS nicht souverän ist. Es ist „good news“, dass weder Vladimir Putin souverän ist, noch Donald Trump.

Unser Gott ist souverän über alles, sogar über das Leiden in dieser Welt.

Wusstest du, dass Gott im Buch Hiob 31 verschiedene Male „der Allmächtige“ genannt wird? Inmitten aller Geheimnishaftigkeit des Buches ist eine Schlussfolgerung klar: Die Macht Satans ist durch die Vorherrschaft Gottes begrenzt. Unabhängig von göttlicher Erlaubnis kann der Satan nichts tun. Satan ist an einer Leine und Gott hält die Zügel (Offb 20, 2).

Das Buch Hiob macht klar: Gott ist souverän über Komfort, und Gott ist souverän über Katastrophen und Unheil. Erinnerst du dich, dass Hiob seiner Frau sagte: „Das Gute nehmen wir von Gott an, da sollten wir das Böse nicht auch annehmen?“ (Hiob 2, 10) Und die Bibel sagt uns, dass Hiob in all seinem Fragen und Zweifeln nicht mit seinen Lippen sündigte.

Heute gibt es ganze theologische Ansätze, welche nur mit dem Ziel entwickelt wurden, zu beanspruchen, dass Gott einfach das beste tut, was er unter den Umständen tun kann. Ultimativ, so sagen diese Denker, hat er keine souveräne Kontrolle über Böses und Leiden.

Aber wir wissen, dass das Gegenteil wahr ist – und wir müssen verkündigen, dass Gott immer die Kontrolle hat, und der Satan immer unter Kontrolle ist. Gott ist souverän; Satan ist ihm unterstellt. Wir verwerfen einen Dualismus, wie wir ihn in Star Wars finden, nach dem gute und böse Mächte mit gleich starken Kräften gegeneinander ankämpfen. Gott handelt nicht in einem solchen Dualismus. Er handelt aus der Position seiner Vorherrschaft, und das findet sich in der ganzen Schrift.

Wenn Hiob von Leiden befallen ist, hat Gott die Kontrolle (Hiob 42). Wenn Joseph in die Sklaverei verkauft wird, hat Gott die Kontrolle (Gen 50, 20). Wenn böse Könige auf verdorbenen Weise gegenüber Israel handeln, hat Gott die Kontrolle. Wenn religiöse Führer und römische Amtsträger Jesus zum Tode verurteilen und ihn an einen Kreuz hinrichten, hat Gott die Kontrolle (Apg 2, 23). Wenn Christen heute den Nationen das Evangelium predigen und dabei umgebracht werden, hat Gott die Kontrolle. Wenn wir ans Ende der Bibel sehen und den kosmischen Kampf um die Seelen von Männern und Frauen durch die Weltgeschichte sehen, erkennen wir, dass Gott die Kontrolle hat. Gott hat die Kontrolle über alles, was auf jeder Seite der Heiligen Schrift geschrieben steht und über alles, was auf jeder Seite der Geschichtsbücher dieser Welt steht – einschließlich der Flüchtlingskrise, welche uns gegenwärtig umgibt.

2. Gott orchestriert die Bewegungen aller Völker.

Dieser Punkt oder Themenbereich ist eigentlich lediglich eine Erweiterung des Ersten. Er wird sehr deutlich von Paulus auf dem Areopag dargelegt:

Und er[=Gott] hat aus einem[=Adam] jede Nation der Menschen gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns. (Apostelgeschichte 17, 26-27)

Die Wahrheit, dass Gott die Beweungen der Völker orchestriert, ist offensichtlich das Alte Testament hindurch: Gott erhöht bestimmte Nationen, während er andere erniedrigt oder zerstreut. Zur eingesetzten Zeit sendet Gott Israel nach Ägypten. Er orchestrierte, dass die israelitischen Exilanten von Jerusalem ausgehen würden. Jahre später leitet er ihre Rückkehr in die Wege. Sogar im Neuen Testament sehen wir, wie Gott Leiden – wie die Steinigung von Stephanus – verwendet, um seine Gemeinde in Jerusalem nach Judäa und Samarien bis letztlich an die Enden der Erde zu verstreuen.

Wenn wir also die Wanderbewegungen von Völkern betrachten, so müssen wir aus einer Vielzahl von Gründen anerkennen, dass jeder Teil davon unter der Herrschaft Gottes erfolgt. In Apostelgeschichte 17 sagt Paulus, dass Gott das alles für einen bestimmten Grund tut: sodass Menschen ihn suchen und vielleicht ihren Weg zu ihm tastend fühlen mögen und ihn finden. Noch viel mehr könnte zu diesem Punkt gesagt werden, aber wir müssen uns daran erinnern: Der Herr macht keine Fehler. Unser Gott zielt darauf ab gesucht, gefunden, gekannt zu werden und darauf, dass sich alle Völker der Erde an ihm erfreuen. Er überwacht ihre Reisebewegungen zu diesem Ziel. In seiner Güte wendet unser Gott sogar die Tragödie aufgedrängter Migration in den Triumph zukünftiger Erlösung um.

3. Unser Gott hat staatliche Regierungen grundsätzlich für den Schutz aller Menschen eingesetzt.

Wir wissen das aus Römer 13, 1-4:

Denn es ist keine staatliche Macht außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet. Wer sich daher der staatlichen Macht widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil empfangen. Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut.

Regierungen existieren unter Gottes Autorität um Gutes zu fördern und Böses einzuschränken. In Gottes Absicht ist es die primäre Aufgabe staatlicher Gewalt und Regierung Menschen zu schützen. Jede ernsthafte Bemühung um Reflexion zur Flüchtlingskrise müsse diese Aufgabe von Regierungen angesichts ihrer unter Gottes Herrschaft eingesetzten Rolle in Betracht ziehen.

Ja, der Prozess einer Antwort auf die Flüchtlingskrise führt zu politischen Diskussionen, die unumgänglich sind. Aber als Nachfolger Christi müssen wir biblisch-ethische Grundlagen in diesen Diskussionen beibehalten, und wir müssen die Gemeinde darin ausrüsten dasselbe zu tun. Besonders in repräsentativen Demokratien, in denen wir Mitspracherecht haben. Wir können Einfluss nehmen auf die Einsetzung politischer Führer und in die Gesetzgebung. Was heißt, dass wir eine Verantwortung vor Gott haben, unser Leben als Bürger gegenüber unserer politischen Führung wirksam zum Wohl dieser Menschen einzusetzen. Das ist einer der Hauptgründe, wieso Gott Regierungen zum guten Schutz aller Menschen eingesetzt hat.

Aber führen wir diesen Gedanken noch weiter:

4. Auch wenn Gott grundsätzlich staatliche Regierungen für den Schutz aller Menschen eingesetzt hat, befiehlt er trotzdem spezifisch seiner Gemeinde für die Seinen zu sorgen.

Paulus schreibt in Galater 6, 10: Laßt uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens! Er sagt offensichtlich nicht, dass wir uns nicht um alle Menschen kümmern sollten. Aber wir sollten nicht die Priorität, welche hier und an anderen Stellen der Schrift formuliert wird, für die zu sorgen, welche Hausgenossen des Glaubens sind, verleugnen.

Auf dieselbe Weise identifiziere ich mich mit meiner Frau – mich schmerzt es, wenn sie Schmerzen hat, ich freue mich, wenn sie sich freut – Jesus identifiziert sich unmittelbar mit seiner Braut. Auf der Straße nach Damaskus fragt der auferstandene Herr Saul eine einfache Frage: „Saul, Saul, wieso verfolgst du mich?“ (Apostelgeschichte 9, 4) Wer die Gemeinde verfolgt, verfolgt Christus.

Wahrheiten wie diese sind der Grund, weshalb wir biblische Passagen zu sozialer Gerechtigkeit haben, wie die wohl bekannten Worte Jesu in Matthäus 25, 34-40:

Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an! Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.

Dann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich? Oder durstig und gaben dir zu trinken? Wann aber sahen wir dich als Fremdling und nahmen dich auf? Oder nackt und bekleideten dich? Wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan.

Wir wissen, dass dies kein allgemeingültiger Bezug auf jeden ist, der hungrig oder durstig, ein Fremder oder krank ist. Jesus bezieht sich spezifisch auf „meine Brüder“ (V. 40) – das sind bedürftige Mitglieder der Familie Christi, dem Haushalt des Glaubens. Erneut, dies schließt diejenigen, welche nicht Teil der Gemeinde sind, nicht total aus. Wir lieben unsere Nächsten, sogar unsere Feinde, wie wir uns selbst lieben.

Es ist daher umfassend richtig, dass die Gemeinde sich fragt, wie sie spezifisch für unsere Brüder und Schwestern in Christus in mitten dieser Flüchtlingskrise sorgen kann. Sorge für Flüchtlinge ist nicht nur richtig, sie ist gefordert. Wieso? Dies liegt im Charakter Gottes begründet.

5. Unser Gott sucht, schützt, dient und überschüttet den Flüchtling mit seiner Gnade.

Erinnerst du dich an das Buch Ruth? […] Denke an Boaz, den Herrn der Ernte, der Ruth auf seinen Feldern arbeiten sieht. Als er herausfindet, wer sie ist – nämlich eine Moabiterin – sucht er sie auf, anstatt sie herauszuschmeißen. Er geht zu ihr, grüßt sie, beschützt sie vor Unheil und verspricht ihr Sicherheit. Dann tut er das Undenkbare. Er lässt sich herab, ihr zu dienen und lädt sie ein an seinen Tisch, wo sie eine Mahlzeit gerösteten Getreides genießen darf. All das führt zu einer Ausschüttung seiner Gunst, als Boaz Ruth 30 bis 50 Pfund Essen mit nachhause mitgibt – im Wert von mindestens einem halben Monatsgehalt.

Nun steht die Bühne bereit für eine Geschichte der Erlösung, welche folgt. Boaz nimmt Ruth letztlich als seine Frau, und sie haben ein Kind, dessen Nachkommenschaft eines Tages zu dem vollkommenen Angehörigen-Erlöser führt, Jesus Christus.

Wieso haben wir also ein der Bibel ein Buch, welche nach einer moabitischen Frau benannt ist? Das Folgende ist mindestens eine Antwort auf diese Frage: Weil wir einen Gott haben, der will, dass wir wissen, wie sehr er sich um die Verstoßenen, die Unterdrückten, die Fremden und Flüchtlinge kümmert. In einem der Schlüsselverse des Buches, spricht Boaz einen Segen über die ansonsten unzulässige moabitische Frau aus: „Der HERR vergelte dir dein Tun, und dein Lohn möge ein voller sein von dem HERRN, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um unter seinen Flügeln Zuflucht zu suchen!“ (Ruth 2, 12)

Wie das Buch Ruth zeigt, gibt es unter den Flügeln Gottes Zuflucht. Und wir wissen, dass Boaz nicht nur bloß ein Vorbild des guten Willens ist. Er ist ein Zeichen auf Gott hin. Er ist der Akteur, den Gott verwendet, um zu zeigen, wie er die Unterdrückten aufsucht und sie unter dem Schatten seines Flügels beschützt; wie er die Ausgestoßenen an seinem Tisch dient und wie er den Bedürftigen mit seiner Gunst überschüttet; und letztlich, wie er treu darin ist, für die unerlaubte Ausländerin zu sorgen.

Und auf diese Weise, sind wir angehalten, dasselbe zu tun. Wir sind angehalten, unseren Erlöser zu reflektieren.

Fünf Aspekte praktischer Herausforderung:

Also, was sollen wir tun? Wie sollen wir leben im Licht eines Gottes, der souverän über alles, was ist, regiert? Ein Gott, der die Bewegungen aller Völker orchestriert, der staatliche Regierungen als eine generelles Instrument um Menschen zu schützen eingesetzt hat? Ein Gott der, der seine Gemeinde ruft für sein Volk zu sorgen, und der den Flüchtling sucht, schützt, ihm dient und ihn mit seiner Gnade überschüttet.

1. Lasst uns ernstlich zu Gott beten.

Was können wir jetzt und heute aus unseren Gebetskämmerchen tun? Wir können beten. Wir müssen beten.

Gott hat das Gebet als ein machtvolles Mittel bestimmt, durch welches du und ich mit ihm Teil darin haben können, wie er seine Absichten in dieser Welt ausführt. Wir erinnern uns an Moses in Exodus 32. Das Volk Gottes war in großer Not, aber Moses saß nicht untätig da, indem er sagte: „Gott ist souverän. Er wird sowieso tun, was ihm gefällt.“ Nein, Moses handelte, und sein Glaube in Gottes Souveränität trieb ihn auf seine Knie, wo er um Gottes Gnade flehte. Das Bitten Moses um Barmherzigkeit wurde zum Hilfsmittel der Fürsorge Gottes für die Bedürftigen.

Unser Gebete spielen eine Rolle. Lasst uns daher aktiv sein und ernsthaft und ausdauernd zu Gott beten, dass er seine Barmherzigkeit unter Flüchtlingen bekannt macht. Egal, ob sie auf einem Floß im ägäischen Meer fahren, auf einem amerikanischen Flughafen warten oder sich in einem Zelt an der Grenze Mazedoniens zusammendrängen müssen. Lasst uns

dringend für Gottes Versorgung beten, weil wir wissen, dass der Eine, der uns hört unsere Schreie gemäß seinem Mitgefühl beantworten wird.

2. Lasst uns das Evangelium mit Dringlichkeit weitergeben.

[…] Nun, gibt es Risiken dabei, das Evangelium Flüchtlingen zu verkündigen? Sicher gibt es diese. Aber woher haben wir die Idee, dass Christentum ohne Risiko ablaufen soll?Sicherheit in dieser Welt sollte nicht über die Proklamation des Wortes Gottes priorisiert werden. Als Nachfolger Christi ist das Selbst nicht länger unser Gott. Sicherheit ist nicht länger unser ultimatives Anliegen. So lasst uns diese mit unserem Leben zeigen. Daher lasst uns gehen und das Evangelium mit Dringlichkeit predigen, indem wir wissen, dass die Leben von anderen darauf angewiesen sind, und indem wir unsere Leben mit Freude dafür geben.

3. Lasst uns gerecht handeln.

Was fordert der HERR von uns? Die Antwort ist nicht, dass wir über Gerechtigkeit reden, sondern, dass wir Gerechtigkeit tun, Barmherzigkeit lieben, und demütig wandeln (Micha 6, 8).

Viele ergebene Leben vor Gott Führungsverantwortliche in der Gemeinde mutig. Lasst uns nicht vergessen, wie Jesus die Schriftgelehrten und Pharisäer in Matthäus 23 zurechtweist: „Denn ihr verzehntet die Minze und den Anis und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Recht und die Barmherzigkeit und die Treue; diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen. Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke aussiebt, das Kamel aber verschluckt!“ (Matthäus 23, 23-24)

Zu diesem Ziel, lasst uns nicht so beschäftigt mit biblischen Minutien sein, dass wir den praktischen Dienst verlassen oder vernachlässigen. Es ist einfach, auf kleine Dinge fokussiert zu sein, sogar auf kleine Dinge, die wichtig sind. Ich verwende den Begriff „biblische Minutien“ nicht, als gäbe es irgendetwas Unwichtiges in der Bibel. Es ist alles wichtig. Aber Jesus sagt hier klar: „Verliert nicht Recht, Barmherzigkeit und Treue aus den Augen! Den Zehnten geben gemäß dem Gesetz ist wichtig, aber genauso wichtig ist auch großzügige und aufopferungsvolle Fürsorge um Menschen, welche in Not sind.

4. Lasst uns aufopferungsvoll lieben.

Wir alle kennen die Geschichte der guten Samariters. Er nahm den Mann in Not, pflegte, versorgte ihn, zahlte für ihn, und opferte für ihn ohne Fragen und Zögern.

Jesus legt nahe, Fremde so zu lieben. Liebe sogar deine Feinde auf diese Weise. Lege dein Leben für sie nieder.

5. Lasst uns zuversichtlich hoffen.

Der Tag kommt an dem es Sünde und Leid nicht mehr gibt. Ein Tag, an dem Kriege und Krisen aufgehört haben werden. Darauf setzen wir unsere Zuversicht und Hoffnung.

Und zugleich wissen wir, dass sich jeder Nachfolger oder jede Nachfolgerin Christi in einem fremden Land befindet. Das Zeugnis des Neuen Testamentes sagt aus, dass wir Fremde und Reisende sind, welche auf ein besseres Land hoffen. Wir suchen ein Heimatland, eine Stadt, welche noch kommen wird. (Heb 11, 15-16)

Wir sind hier alle Flüchtlinge, kollektive, multikulturelle Bürger eines andersweltlichen Königreichs. So warten und arbeiten wir zu unseren Lebzeiten in Erwartung jenes Tages, an dem wir mit einer grossen Menge von jeder Nation – einer, welche niemand mehr zählen kann, welche jeden Stamm und Volk und Sprache repräsentiert. Und zusammen, nicht länger mehr als Reisende und Exilsuchende, sondern als Söhne und Töchter, werden wir gemeinsam unserem Gott die Ehre geben, welche er verdient.

[Anmerkung des Übersetzers: Dies war eine inhaltliche Wiedergabe des genannten Vortrags.]

Eine weitere Rede zu diesem Anliegen liegt in der folgenden Aufzeichung vor:

 

David Platt kommt Ende April (27.-29.4.) zur Konferenz „500 Jahre Reformation – Gemeinsam für das Evangelium“ nach Hamburg. Infos und Anmeldung gibt es unter https://www.evangelium21.net/de/500-jahre-reformation.

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